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Interview Rene Stessl
Interview mit Rene Stessl, ÖH-Vorsitzender, Akademie der bildenden Künste, geführt von Susi Krautgartner 27.Oktober 2009
Wie ist es deiner Meinung nach zu diesem Streik an der Akademie gekommen, der bis über die Grenzen Österreichs hinaus unterschiedliche Gruppierungen zur Solidarität aufgerufen hat?
Jetzt mal Studienbedingungen ausgenommen, so denke ich, der Kern des Streiks ist daran fest zu machen, wie Machtstrukturen heute operieren. Es wurden unüberwindbare Hierarchien entwickelt die ganz klar nach eigenem Interesse entscheiden und handeln.
Sind im aktuellen Streik an der Kunstakademie utopistischen Momente vorhanden und wenn ja, welche?
Ganz klar ja, es gibt ein utopisches Moment im aktuellen streik, diese Utopie (daran zu glauben, man könne mit Aktionen, in den köpfen der PolitikerInnen was verändern war und ist Triebfeder der ganzen Bewegung. Ich steh ganz klar für Utopien ein ganz im sinne von David Ben Gurion „Wer nicht an wunder glaubt ist kein Realist“
Ist der Streik an der Kunstakademie als kollektive künstlerische Praxis zu sehen?
Ich denke die frage ist zu wenig weitgreifend, aktuelle Aktionen, vom hause hier ausgehend sind sowohl als politische wie auch als künstlerische Praxis zu sehen. Eine politische weil, Instrumente der Demonstration und des Streiks verwendet werden. Inhalte in Plena diskutiert werden und es wird mit der Basisdemokratie operiert, was an sich auch schon als eine klare Forderung der Bewegung zu sehen ist. Künstlerische Praxis dockt an die politische insofern an als Performances und Aktionen zum politischen Inhalt entwickelt werden und diese auf einer anderen ebene transportiert werden.
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