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Cookies
Ordinariat für Cookies Der Mund ist die zentrale Öffnung und Tor des Körpers. Hier wird Nahrung zerkleinert und Sprache artikuliert. Hier kommunizieren wir zwischen Innen und Außen. Kleine skulpturale Objekte werden aus Teig im Mund geformt, gebacken und anschließend als Keks zum Essen angeboten. Zähne, Zunge und Lippen kommen zum Einsatz wie Hammer und Meißel des Bildhauers. Der Vorgang wird nicht visuell gelenkt, sondern sinnlich, mit Hilfe des Tast- und Geschmackssinns und der Vorstellungskraft. Im Gegensatz zur traditionellen Skulptur, die das Äußere eines menschlichen Körpers wiedergibt, meist in unvergänglichem Material, stellen die Kekse die Hohl- und Negativräume eines menschlichen Körpers dar, das nach aussen gekehrt wird. Sie sind fragil und vergänglich und lösen sich auf in privater Interaktion mit dem Betrachter bzw. Konsumenten
Kauparties sind ritualisierte Aktionen, bei denen essbare Skulpturen produziert und konsumiert werden. Die Anwesenden nehmen sich ein Stück Teig, formen es im oder mit dem Mund und legen das geformte Objekt auf ein Pergamentpapier. Das Papier wird signiert, um die Kekse später identifizieren zu können. Nach dem Backen werden die Kekse zum Essen angeboten und verteilt. Im Laufe jeder Kauparty überlegen sich die TeilnehmerInnen, wessen Keks sie essen werden, beispielsweise den des Partners, des Familienmitgliedes, des Nachbarn, des Fremden etc. Die persönliche Grenze wird individuell definiert. Der plastische Prozess erweitert sich durch den Aspekt der Interaktion. Es entsteht ein imaginärer Austausch der Körperflüssigkeit Speichel. Die bunten Pergament-papiere mit den Abdrücken und den Signaturen werden archiviert und in Installationen wieder verwendet.
Die Künstlerin bittet prominente Persönlichkeiten, kleine, essbare Objekte aus Teig mit dem Mund zu formen - Promicookies. Die gebackenen Objekte werden archiviert und wieder ausgestellt. Bislang beteiligten sich u.a.: Anna Nicole Smith, Alice Cooper, Kasper König, Pedro Almodovar, Davis Hasselhof, Jürgen Prochnow, Desiree Nosbusch, Doris Dörrie, Hannelore Elsner, Marianne Sägebrecht, Pierre Brice, Nina Ruge und andere. Was aus dem Mund einer berühmten Person kommt, wird zur Metapher für Sprache und zur modernen Reliquie zugleich.

 

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